Kayak-Tour bei Sonnenuntergang – Dubrovnik

Erinnert ihr euch an die Beachbar DoDo von meinem ersten Tag in Dubrovnik? Die Bar mit den Schaukeln auf der anderen Seite des Lovrijenak in der kleinen Bucht mit den türkisen Wasser. Als ich an diesem Tag dort war, fragte ich mich, was wohl der Unterschied sei zwischen dem wohl grösseren Kayak-Unternehmen direkt neben dem Eingang in die Altstadt zu Dubrovnik und diesem, eher kleineren und versteckteren Kayak-Unternehmen hier in dieser Bucht. Bevor ich zurück in die Altstadt ging, machte ich also einen kleinen Abstecher eine Etage weiter runter zu dem kleinen Kayak-Unternehmen und lernte dort Dan kennen. Ich fragte ihn, was denn der Unterschied sei zwischen ihnen und den anderen auf der anderen Seite. „We are the cooler company“, sagte er mit einem breiten Grinsen im Gesicht, was mich sofort ansteckte. Er erklärte mir ihre Touren und zu welchen Zeiten sie ablegen, sagte aber auch, dass alle Unternehmen die gleichen Touren anbieten und es eigentlich weiter keinen Unterschied gäbe. Allerdings gab er mir 20% Rabatt und ich versprach ihm, am Day after Tomorrow wiederzukommen.

Ich reservierte also am Sonntag Mittag von meiner Stamm-Beachbar in Mlini aus via Whatsapp eine Tour um 5 Uhr – die Sunset-Tour. Nicht der Sonnenuntergang war es, der mir die Entscheidung für diese Tour erleichterte, sondern das anschliessende, inbegriffene gemeinsame Wein-Trinken am Strand. Sofort gebucht.

Nachdem ich im the Pink Shrimp, eine moderne Street Food Bar in Dubrovnik mit genau 5 Tischchen in einer Seitengasse, noch etwas Kleines gegessen hatte, schlenderte ich zur Beachbar DoDo, gönnte mir dort noch einen Virgin Mojito und zahlte meine Sunset-Kayak-Tour abzüglich den 20% Rabatt. Noch vor der Instruktion des Tour-Führers lernte ich zwei Typen in ungefähr meinem Alter kennen. Adam, ein Student aus Kalifornien und William, ein Schreiner aus Kanada mit typischem Holzfällerbart, beide auf Europatour. Sie hatten sich erst am Tag zuvor kennengelernt. und wollten noch etwas Action erleben, bevor die Reise für sie weiterging.

Adam und William teilten sich ein Kayak und ich wurde mit einer Argentinierin in ein Boot gesteckt. Sie konnte praktisch kein Englisch, aber die Kommunikation funktionierte trotzdem irgendwie. Ich sass hinten – der schwierigere Platz – und passte mich einfach ihrem Tempo an, da man synchron rudern muss und schon ging es los!

Kurz vor der Insel Lokrum legten wir die erste Pause ein und Nik, einer der beiden Tour-Guides, erzählte uns spannende Geschichten über die Historie Dubrovniks. Die Stadt war unter anderem wegen des Salzhandels lange wohlhabend und unabhängig, natürlich auch nicht zuletzt dank der unüberwindbaren Mauer um die Altstadt.

Danach teilte sich die Gruppe. Die Chiller-Gruppe paddelte auf der Innenseite der Insel zum nächsten Treffpunkt, die Sport-Gruppe, in der natürlich auch ich war, aussen rum. Früher einmal lebten hier Druide, die aus aller Welt Pflanzen und Kräuter auf der Insel anbauten. Aus diesem Grund gäbe hier über 4’000 verschiedene Pflanzenarten. Später einmal wurden sie dann aber vertrieben und sie verfluchten die Insel, dass sie jedem Unheil bringen werde, in dessen Besitz sie sich befände, erzählte Nik vor dem Eingang einer Höhle – und anscheinend war es seither tatsächlich so. Jeder, der Lokrum kaufte, hatte Pech, seit sie dem Staat gehört, sei er bankrott.

Unser nächster Treffpunkt war eine grosse runde Höhle, wo wir an Land gingen. Dort assen wir Sandwiches, sprangen von den Klippen und tauchten nach Fischen, bevor wir uns dann auf den Rückweg machten. Auf halbem Weg blieben wir stehen und ich änderte meine Meinung bezüglich des Sonnenuntergangs. Wie die Sonne hinter Dubrovnik unterging, war wunderschön. Es hatte beinahe etwas Romantisches. Ich war froh, dass ich mich für diese Tour entschieden hatte, denn dieser Anblick war echt einmalig.

Wir verweilten lange dort und erst, als es langsam frisch wurde mit den nassen Haaren vom Tauchen, ruderten wir zurück. Nach und nach stiessen andere Kayak-Gruppen zu uns und wir wurden immer mehr, bis wir wie ein riesiger Schwarm rot-gelber Boote in die Buchten eintrudelten. Es hatte irgendwie etwas Magisches an sich und war für mich ein perfektes Erlebnis eines wunderschönen Urlaubs.

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