VR & der beste Apfelstrudel aller Zeiten

Letzten Samstag fuhren meine Mama und ich nach Basel. Grund dafür war die Ausstellung Die ungerahmte Welt der H3K (Haus der elektronischen Künste) rund um das Thema VR. Die Ausstellung an sich war ganz gut, regte hin und da zum Nachdenken an, liess den Zuschauer in futuristisch-natürlichen Szenarien entspannen, mit der Umgebung interagieren und sie erkunden oder – in einem ganz besonderen Fall – mich fast kotzen. Gut, ganz so schlimm war es dann doch nicht, aber während einer Simulation wurde mir gewaltig schlecht und ich brach sie vorzeitig ab. 5 Minuten später allerdings lag ein Zettel mit der Aufschrift vorübergehend ausser Betrieb darauf. Da hatten wir vielleicht einfach Pech.

Für meine Mama war das Erlebnis wohl um einiges erfahrungsreicher als für mich, da ich bereits das Vergnügen hatte, VR-Brillen und auch die Hololens auszuprobieren. Die Welten, die für die Ausstellung von den Künstlern erschaffen wurden, waren natürlich keineswegs so ausgeklügelt und technisch hochstehend wie von namhaften Unternehmen, aber das sollte meiner Meinung nach auch gar nicht so sein. Was hier zählte, war schliesslich, die Möglichkeiten verschiedener Anwendungen von Virtual Reality aufzuzeigen und eben auch der künstlerische und gesellschaftskritische Aspekt.

Bevor wir aber die Ausstellung überhaupt besuchen konnten, standen wir vor verschlossenen Türen. Eigentlich dachten wir, es sei sogar eher spät, erst um halb Zwölf vor Ort zu sein. Allerdings hatten wir seit Januar die Öffnungszeiten nicht mehr gecheckt. Das hauseigene Café war ebenfalls geschlossen und weit und breit war nichts in der Nähe, was auch nur ansatzweise etwas Essbares enthalten könnte.

Meine Mama versuchte es auf die gute altmodische Weise und fragte einen etwas älteren Herren, ob es in der Nähe ein Café, Restaurant oder was Ähnliches gäbe. Leider wusste der Herr auch nicht mehr, als dass man zurück in die Stadt fahren solle. An sich wäre das kein Problem gewesen, hatte ich schliesslich ein GA und meine Mama ein Tages-GA.

Ich währenddessen versuchte es auf die neue Art: OK Google, zeige mir Restaurants in der Nähe (oder so ähnlich) fragte ich mein Smartphone und es spuckte das Café Restaurant Villa Merian als Antwort aus, was sich nur 15 Gehminuten von uns entfernt in einem Park befand. Noch ein paar Infos aus Google gezogen und kurzum entschieden wir uns, dahin zu gehen.

Wir waren sehr, sehr positiv überrascht, als wir vor diesem zauberhaften Gebäude stand, was ehemals die Sommerresidenz von Christoph und Margarethe Merian war. Wunderbar gepflegt sah alles aus und auch vom Innenleben waren wir sehr begeistert. Man fühlte sich wie in einer französischen Villa mit der wunderschönen Decke, den goldenen Reliefs und Bildderrahmen, dem Fussboden und natürlich dem Kronleuchter.

Die Karte war relativ klein, aber mit auserlesenen Speisen. Wir assen drinnen einen Salat mit Parmesan-Spänen und tranken ein Glas Wein dazu – einen Primitivo. Der Geschäftsleiter des Lokals erzählte uns, dass sie Zutaten aus der Region verwendeten, sogar ihre eigenen Kräuter in den Gärten anbauten. Und mit viel Stolz erzählte er, wie die Leute oftmals nur wegen seinen eigens gebackenen Läckerli oder seinem hausgemachten Apfelstrudel herkamen. Apfelstrudel – ein anspruchsvolles Gebäck, an dem viele Konditoren scheitern, weil sie den Teig einfach nicht dünn genug hinkriegen.

Natürlich mussten wir den Apfelstrudel probieren. Also liessen wir die Suppe sausen und setzten uns stattdessen in den sonnigen Garten zu Kaffee (mit super gutem Läckerli) und Apfelstrudel. Er war wahrhaftig ein Traum. Der Teig war hauchdünn und knusprig, der Geschmack ausgewogen und harmonisch. Meine Mama und ich waren uns einig, dass sich eigentlich schon deswegen der Ausflug nach Basel gelohnt hatte.

Ich freue mich, diesen Ort gefunden zu haben und wenn es meine Zeit zulässt, im Frühling oder Sommer wieder hinzufahren, wenn der Park und die Gärten in ihrer vollen Pracht blühen. In der Zwischenzeit kann ich die Villa Merian an jeden weiterempfehlen, der mal etwas anderes in Basel sehen möchte, oder sowieso bereits dort ist und einen tollen Ort zum Entspannen und Essen sucht.

Eure Cielle

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