Studium – Beurlaubung, Job, Prüfungen

Letzten Sommer bin ich nicht gerade glorreich durch meine Semesterprüfungen gerasselt. Konsequenterweise wurde ich ein Semester beurlaubt, was zwar schön klingt, allerdings eher suboptimal ist, wenn es um Jobsuche geht oder darum, das Studium nach den gedachten sechs Semestern abzuschliessen. Dazu muss ich vielleicht erwähnen, dass sich das Studium an einer Fachhochschule insofern von einem an der Universität unterscheidet, dass an der Uni weiterstudiert werden darf, sei der oder die Studierende auch durch noch so viele Prüfungen gefallen. Ob das empfehlenswert ist, sei an dieser Stelle mal dahingestellt. Die Fachhochschule hingegen sperrt Studierende, die nicht genug ECTS (Punkte, die durch das Bestehen von Prüfungen und Arbeiten erteilt werden) verdient haben, für das zweite Jahr.

Natürlich ist es praktisch, wenn man während dem Studium keine halbjährige Pause einlegen muss und zwei Studienjahre parallel studieren kann, sollte man Prüfungen nicht bestanden haben. Es hat aber auch sein Gutes, für das zweite Jahr gesperrt zu werden, damit man sich dann nochmal auf den Stoff der zu wiederholenden Prüfungen konzentrieren kann.

Was tut man denn während des Semesters, in dem man beurlaubt ist? Urlaub? Natürlich nicht. Das heisst, kann man schon, das ist jedem selbst überlassen. Aber woher kommt denn das Geld zum Leben? Nun, arbeiten ist angesagt.

Es ist aber nicht einfach, so kurzfristig einen Job zu finden. Da die Prüfungsergebnisse immer kurz vor Beginn des nächsten Semesters bekannt gegeben werden, stellt man sich als Vollzeitstudent natürlich darauf ein, ab September wieder Vorlesungen zu besuchen und Fachbücher zu wälzen.

Zugegeben, da an Fachhochschulen eine der Zulassungsbedingungen mindestens ein Jahr Berufserfahrung in der zu studieren gewünschten Branche ist, lässt sich an einer Fachhochschule eher selten ein Student ohne Nebenjob finden. Das sind aber Studenten-Jobs, die nicht kurzfristig im Pensum von 20 auf 100 Prozent erhöht werden können. Und für nur ein halbes Jahr einen Job suchen, der nicht auf Praktikumsbasis entlöhnt? Eher schwierig.

Ich hatte diesbezüglich sehr viel Glück. Erstens bin ich seit geraumer Zeit im Stundenlohn in einer Firma angestellt, für die ich während meiner Beurlaubung vermehrt arbeiten konnte. Zweitens fand ich durch Connections einen Job. Zwar halbzeit und nur für zwei Monate, aber immerhin zu vollem Lohn.

Ja gut, es mag vielleicht nach Jammern auf hohem Niveau klingen, denn ich hätte auch schlicht einen Job im Service annehmen können. Oder für die Migros an der Kasse arbeiten. Das sind doch schliesslich typische Studentenjobs! Ja. Schon. Aber mit einem KV-Abschluss im E-Profil und Berufserfahrung nehme ich mir das Recht heraus, in dieser Branche arbeiten zu wollen und nicht Regale aufzufüllen oder Teller zu waschen. Ausserdem besteht auch immer noch die Möglichkeit, dass daraus ein Arbeitsverhältnis auf längere Dauer entsteht.

Für Aussenstehende mag dieser Gedanke nicht nachvollziehbar sein. Schliesslich geht es bei vielen Studenten ja lediglich um die Tatsache, Geld zu verdienen. Ja, ich finde das auch durchaus zutreffend, sofern noch kein Abschluss vorhanden ist. Dies ist allerdings bei Studierenden an einer Fachhochschule oftmals nicht der Fall.

Jedenfalls habe ich die Beurlaubung überlebt, ich bin nicht pleite und ich konnte in Jobs arbeiten, die mir karrieretechnisch auch tatsächlich etwas gebracht haben! Und nun geht es weiter mit dem Studium. Bzw. mit der Wiederholung des letzten Semesters. 7 Prüfungen gilt es diesen Sommer zu bestehen. Ich bin etwas hibbelig, denn für nur 4 Fächer darf ich die Repetition-Klassen besuchen. Für die restlichen Prüfungen gilt Lernen auf eigene Faust. Ob das gut kommt? Ich hoffe es. Wie ich von mir selbst nämlich nur zu gut weiss, bin ich nicht die Auswendiglernerin und auch nicht die Bibliotheksitzerin. Na wir werden’s sehen.

Drückt mir die Daumen

Eure Cielle

2 Gedanken zu „Studium – Beurlaubung, Job, Prüfungen

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