Nie zu spät, ein Träumer zu sein

Von einer Medienvorführung in Zürich nach Langenthal zur Arbeit jetten, im Zug Zmittag und ein Stück Rüeblicake essen, einen Blogpost schreiben und hier und da etwas twittern und snappen. Abends dann mit einer Freundin ins Gym und danach mit der Gilde durch einen Raid rushen. Das sind die Tage, die ich am liebsten habe; abwechslungsreich, spannend, voller Erlebnisse. Tage, an denen man Abends im Bett liegt und sich toll fühlt, weil man so viel gemacht hat und einen das schlechte Gewissen nicht packt, wenn man das Wochenende einfach nur rumgammelt. Daran könnte ich mich durchaus gewöhnen.

So sieht mein ideales Leben aus. Mit einem Bein voll im Beruf stehen, mit dem andern mein Hobby ausleben können. Sonntagsbrunch mit meinen Mädels, den neusten Klatsch und Tratsch verbreiten. Vielleicht eine Katze, die schnurrend auf meiner warmen Tastatur liegt, während ich Tee sippend darüber nachdenke, was ich schreiben möchte.

Schreiben. Ein grosses Thema bei mir, seit ich klein war. Gut, sagen wir jung. Klein ist ein zu relativer Begriff, wenn ich neben einem Michael Jordan stehe. In das Dasein einer Leseratte bin ich hineingeboren worden, schon meine Mama las klammheimlich Bücher unter ihrer Bettdecke bis in die frühen Morgenstunden. Bis zu vier Bücher parallel, da ihre Eltern das nicht so lustig fanden und ihr die Bücher weggenommen haben. Genau das sei der Grund, wieso sie mich immer hat lesen lassen, hat sie mir erst kürzlich erzählt, als ob sie nie bemerkt hätte, dass ich dasselbe tat wie sie!

Ein paar Jahre später entdeckte ich selber die Magie der Worte und sie sprudelten nächtelang aufs Papier. Und während langweiligen Vorlesungen, zugegeben. Erst mit der staubigen Fachliteratur während des Psychologie-Studiums begannen sie allmählich zu versiegen. Und je länger das her ist, desto mehr blüht in mir der Wunsch auf, wieder zu schreiben, Charaktere, ja ganze Welten zu erfinden.

Ja, wenn die Jahreszeiten wechseln und die Fantasie verloren geht, sinniert man gerne über die verlorene Zeit. Über Geschichten, die man hätte erzählen können, auch wenn sie nie passiert sind. Irgendwann werde ich sie auf Papier tippen können, meine fantastischen Welten und heldenhaften Figuren. Irgendwann, wenn ich mit einem Bein voll im Beruf stehe. Irgendwann, wenn meine Katze schnurrend auf meiner warmen Tastatur vor sich hin döst.

Es ist nie zu spät, ein Träumer zu sein.

Eure Cielle

2 Gedanken zu „Nie zu spät, ein Träumer zu sein

  1. Inspiring as fuck 😀
    Erinnert mich daran, dass ich noch ein paar Bücher rumliegen habe, die darauf warten gelesen zu werden und es wird mir flau im Magen, wenn ich bedenke wie ich in Gedanken kaum Zeit zum lesen finde im öden Erwachenenleben. Weil ich beim lesen in die von dir beschriebenen Muster zurückfalle. Klar, heute ohne unter der Decke zu verstecken, aber ich falle dann in diese Welt, welche sich aus Buchstaben bildet. Und ich werfe dann auch gerne mal ein Buch quer durch den Raum, damit es „nicht noch ein Kapitel“ wird…

    1. Danke Gabe! Ja, bei mir liegt auch ein ganzer Stapel ungelesener Bücher rum, echt traurig… Vllt bringt dich ja die Reading Challenge dazu, wieder mehr zu lesen ? google das mal ?

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