Irgendwie wunderbar alltäglich

Das neue Jahr ist noch so jung – und ich habe schon wieder dieses beklemmende Gefühl, dass mir wieder einmal alles über den Kopf wächst. Ich will so viel, aber da ist noch einiges, was noch nicht abgeschlossen ist. Obwohl ich weiss, dass ich eigentlich erst die alten Dinge abschliessen sollte, kann ich es einfach nicht lassen, Neues zu beginnen oder mir darüber Gedanken zu machen, was ich als nächstes machen könnte!

Ich bin Feuer und Flamme dafür, meine Wand neu zu streichen und gehe los, um Farbe, Malerband zu kaufen, die Wand frei zu stellen und abzukleben, obwohl ich mich eigentlich zuerst um meinen Keller kümmern sollte, den ich seit Oktober nicht mehr benutzen kann, weil es sich während meines 6-wöchigen Sprachaufenthalts in San Francisco Ratten darin gemütlich gemacht hatten. Das wiederum löste in mir das Bedürfnis nach einem Wohlgefühl aus, das mir mein kleines 30 Quadratmeter Appartement nicht mehr bieten konnte, weil alles überstellt war mir Hausrat, der eigentlich in den Keller gehört (mittlerweile steht das vor meiner Wohnungstür). Dieses Bedürfnis war Auslöser dafür, dass ich mich mit meinem Papa zu einem Einkauf bei Ikea verabredet habe. Seit knapp 3 Jahren wohne ich in meinem Studio, jedoch hatte ich nie eine Ecke für Besucher eingerichtet – diese konnten, wenn sie mich nicht gerade im Sommer besuchten, zwischen Bett, Gartenstuhl oder Boden wählen.

Auch wäre es mal an der Zeit, lange Ungebrauchtes auszumisten und wegzuwerfen. Meine Kloschüssel zu entkalken. Alte Socken wegzuwerfen. Die Bohrlöcher meiner Vormieterin mit Moltofill zu verschliessen. Lang angesammeltes PET wegzubringen.

Stattdessen streiche ich Wände, kaufe Bücher, die ich unbedingt lesen möchte, überlege mir, welche Stadt ich dieses Jahr unbedingt besuchen will, suche mir ein Motiv für ein mögliches Tattoo raus und träume vor mich her, wo ich in 2 Jahren vielleicht sein könnte, wenn alles irgendwie wunderbar verlaufen würde.

Und in Wahrheit sitze ich hier und schreibe To Do-Listen, damit ich die alltäglichen Dinge, die ich tun muss, nicht vergesse zu tun. Ich verplane meinen Kalender, damit ich diese Dinge, die ich nicht vergessen darf zu tun, auch tatsächlich tue.

Nun, zumindest kann ich sagen: mir wird nie langweilig! 🙂

Ein Gedanke zu „Irgendwie wunderbar alltäglich

  1. Ich habe angefangen mir diese Tasks gedanklich zu sortieren, nach Aufwand/Lust und plane sie mir so ein, dass ich die mühsamsten zuerst mache, so werden die Aufgaben immer leichter und spassiger.
    Meine Gedanken dazu. 🙂 Ansonsten schöner Blogeintrag, ich mag so Gedankenniederschreibungen sehr.

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