Forever alone? đź’”

Laut „repräsentativen“ Studien ist Bern die Stadt mit den meisten Singles. Wie kann es denn sein , dass ich seit ĂĽber vier Jahren dazu gehöre!? Wenn so viele Singlemänner rumlaufen, wieso bin ich denn noch nie romantische-komödie-mässig von einem gut aussehenden Studenten mit seinem Fahrrad fast ĂĽber dem Haufen gefahren worden? Oder wieso hat mich noch kein junger selbstbewusster Geschäftsmann beim Warten auf den Kaffee angelächelt und mich gefragt, ob er mir den nächsten Kaffee ausgeben könne? Wo bleibt mein Link auf Epona?

Ich weiss wieso. Wir haben das Kommunizieren verlernt. Wir haben zu hohe AnsprĂĽche. Wir sind zu egoistisch. Wir haben Angst, verletzt zu werden.

Vielleicht erkennt ihr euch in den Worten „ich habe im Moment sowieso keine Zeit fĂĽr eine Beziehung“ wider. Ich jedenfalls sage das dauernd. Aber wenn wir ehrlich sind, dann wissen wir, dass das nur eine faule Ausrede ist. Zeit zu haben ist nämlich immer eine Frage der Priorität.

Und ist es nicht eh so, dass sich rundherum langsam aber sicher alle binden? Hier findet jemand seinen Freund, dort heiratet das befreundete Pärchen. Also haben unsere Freunde auch weniger Zeit für uns. Ergo: bleibt wieder mehr für uns selbst.

Gleichzeitig, weil wir ja immer so wahnsinnig beschäftigt sind und langsam aber sicher unsere Prioritäten vom Club aufs Sofa verlegen, lernen wir nicht mehr so schnell und einfach neue Leute kennen. Wir gehen nicht mehr an Gesellschaftsparties, wo man zwangsläufig neue Bekanntschaften knüpft. Schliesslich haben wir unseren Freundeskreis, den wir mit unserer raren Zeit zu pflegen haben, was wollen wir mit noch mehr? Wenn, dann gehen wir in den Club mit dem Ziel, Spass zu haben, zu tanzen, mit Freunden einen über den Durst zu trinken, vielleicht dem anderem Geschlecht den Kopf zu verdrehen.

Ich gehe nicht einmal gerne in Clubs. Sie sind zu laut, zu teuer und ich fühle mich dort meist wie Wild, das nur darauf wartet, angesprungen zu werden. Ich mag auch kein Beer-Pong. Grund genug, um 90% sämtlicher WG-Parties zu meiden. Viel lieber sitze ich im Kreis meiner Freunde und geniesse die guten Gespräche, das Essen, den Rotwein. Aber da sind wir wieder beim genannten Dilemma: so lernt man keine neuen Leute kennen.

Also dachte ich mir: Hey, wenn du dich schon nicht von deiner besten Freundin verkuppeln lassen willst, dann meld dich wenigstens mal bei Tinder an. Und vielleicht sind die Leute dort ja gar nicht nur auf Sexdates aus. Eigentlich schon sĂĽss, wie ich immer wieder optimistisch bin.

Nun, bevor ich mir die erste Katze kaufe, ist es doch ein Versuch wert. Es sind schon langjährige Beziehungen aus Sexaffären entstanden. Meine beste Freundin ist der lebende Beweis dafür. Babypläne inklusive!

Selbstverständlich halte ich euch über meine Tinder-Erfahrungen auf dem Laufenden. Wird sicher lustig!

Eure Cielle

2 Gedanken zu „Forever alone? đź’”

  1. Frei dem Motto „Besser du, wie ich!“, Moment. Zum Start zurĂĽck. Ist dies ĂĽberhaupt ein Motto? Oder eher ein Sprichwort? Ich bin auf jeden Fall gespannt ĂĽber deine Tindererfahrungen. Oder viel mehr, der Teil in mir, der fĂĽr unsere voyeuristische Neugier zuständig ist. Die gleiche, ĂĽber die ich mich aufrege, wenn es auf der Autobahn staut, weil alle den Unfall angaffen mĂĽssen, aber trotzdem guckt man selbst hin. Etwa so stelle ich mir meine Erwartung an deine Tindererfahrungen vor. Man guckt hin, aber will man „es“ wirklich sehen? Weder die armen verunfallten Menschen, noch deine skurillen Erfahrungen mit der Plattform ;D
    Ich bin gespannt was dich erwartet, ich werd mich aus persönlichen Gründen wohl nie dazu hinreissen können Tinder ne Chance zu geben. (Da ich den Blogpost beim Mittagessen noch nicht kannte, bin ich direkt froh, habe ich nicht so darüber hergezogen, *Fettnäpfchen ausgewichen* ;D)
    Um auf den Post im Ganzen einzugehen (dieses Mal ein bisschen chronologischer), meiner Erfahrung nach gibt es solche „magischen“ Augenblicke, man muss sie sich nur selbst kreieren. Ich werde meinen inexistenten Kindern z.b. bestimmt erzählen, wie ich damals fĂĽr ein Blinddate nach Paris gereist bin und 3 schöne Tage hatte und und und. Eine Zelda werde ich wohl kaum befreien, aber hoch zu Ross an einem schönen Sommertag einen Ausritt machen und sie mit einem Picknick ĂĽberraschen erscheint mir realistischer, ich denke in unserem Alter (ach komm, die paar Jährchen Unterschied :p) sind wir durch unsere Erfahrungen einfach abgestumpfter und lassen dieses „Boah eh, han mi ĂĽber beid Ohre grad vou verknaut“ nicht mehr so zu wie in den jungen Jahren. Ich denke deswegen liegen uns so Ausreden, wie keine Zeit haben eher. Wenn gerade diese Ausrede immer befremdlich fĂĽr mich war, kriegen es unsere Peers doch auch hin. Inkl heiraten und sich zu vermehren.
    Was mir wohl noch ein bisschen mehr im Blut liegt, evtl. auch durch meinen Freundeskreis, ab und an gehe ich gerne aus, ja sogar getanzt darf werden. Dabei versuche ich auch offen zu sein fĂĽr neue Bekanntschaften. Wobei ich es nie hinbekommen wĂĽrde auf die Pirsch zu gehen, dies erscheint mir dann zu verzweifelt. (Und hei, beim zuhause trinken und die imaginäre Katze streicheln kriegt wenigstens niemand die Verzweiflung mit. ;’D) Mein Tipp da an dich und dein Dilemma, lass dich ruhig mal von Freundinnen mitschleppen, meine Freunde sind es sich mittlerweilen gewöhnt, dass ich manchmal der letzte bin der aus dem Club torkelt, jedoch auch derjenige sein kann, der nach 2 Stunden einen französischen Abgang gemacht hat, weil er seine Umgebung nicht gespĂĽhrt hat und so die Flucht ergriffen hat. Sprich einfach mitgehen, der Sache eine Chance geben, aber klar kommunizieren, wenn du es nicht spĂĽhrst, wirst du dich klammheimlich davon tapsen.

    Zu guter Letzt, bin gespannt ob sich dein sĂĽsser Optimismus bewahrheitet und bei einer Plattform, die fĂĽr den Erstkontakt auf dem rein Ă„usserlichen basiert GlĂĽck haben wirst, oder bald eine Photocollage an Penisbildern zusammenstellen kannst.

    Tada, Gabe

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