Dubrovnik, Tag 1 – es muss ja nicht immer nach Plan laufen

Mein Urlaub startete mit einem Schocker: Das erste, was ich nach dem Aufwachen sah, war die Nachricht meiner Airline, dass sich mein erster von zwei Flügen verspätete. In meinem noch total verschlafenen Kopf spielten sich sogleich Szenarien des Grauens ab. Dass sich der erste Flug verspätete, bedeutete, dass ich den Anschlussflug verpassen würde, was bedeuten konnte, dass ich möglicherweise für eine unbestimmte Zeit in Zagreb strandete und irgendwo auf einer Bank am Flughafen schlafen müsste, dass ich mein Gepäck zwar aufgeben, es aber erst verspätet – vielleicht ein, vielleicht aber auch zwei Tage! – erhalten würde. Wie kam ich auch auf die Idee, nicht einmal eine Woche vorher spontan Urlaub zu buchen und das auch noch mit einer kroatischen Airline? Leicht panisch tweetete ich um guten Rat und merkte dann, dass es noch nicht einmal 7 Uhr morgens war und mein Wecker noch nicht einmal geklingelt hatte.

Ich entschied, dass es viel zu früh war für Stress. Und dass ich wohl kaum die einzige auf diesem Flug mit demselben Problem war. Ich liess mich zurück in meine warmen Kissen fallen, fest davon überzeugt, dass sich alles schon irgendwie von alleine ergeben würde.

Das tat es. Am Flughafen angekommen wurde mir mitgeteilt, dass sowohl ich, wie auch mein Gepäck bereits umgebucht wurden – und zwar auf einen direkten Flug ohne Zwischenstopp in Zagreb. Zwar flog ich gut drei Stunden später ab, sollte aber nur eine halbe Stunde später als geplant in Dubrovnik landen. Aufgrund des schlechten Wetters wurde zwar eine Stunde daraus, aber ich hatte mittlerweile so gute Laune und war schon so sehr in Urlaubsstimmung, dass mir nicht einmal die Flugturbulenzen und Luftlöcher das Grinsen aus dem Gesicht wischen konnten. Wenn jemand bereit war für Urlaub, dann war ich das!

In Dubrovnik gelandet, entschied ich mich gegen ein Taxi und für den Bus. Ich war abenteuerlustig. Diese Ferien sollten keine durchgeplanten, top-organisierten Ferien mit Taxi und Hotel werden. Als ich knapp eine Woche zuvor um 11 Uhr abends mit dem Laptop auf dem Schoss im Bett sass, Sherlock Holmes (die Serie) guckte und nebenbei mögliche Urlaubsziele auf Momondo durchstöberte, verliebte ich mich auf der Stelle nicht nur in Dubrovnik, sondern auch in das Guest House Daniela etwas abseits in Mlini. Ich war noch nie in einem Guest House und auch noch nie so weit weg untergekommen von meinem eigentlichen Urlaubsziel, aber die rustikale Romantik überwältigte mich.

Genauso wie die Gastfreundschaft des Ehepaares, das dieses Guest House führt. In keinem Hotel der Welt wird man herzlicher und mit offeneren Armen empfangen. Der Herr des Hauses kam mir bereits entgegen, um mir den Koffer abzunehmen. Er hatte mich erwartet, kannte meinen Namen, strahlte mich voller Freude an und zeigte mir ohne Umschweife ihr Zuhause, dessen Türe immer offen stand und führte mich dann zu meinem Apartment mit Küche, eigenem Kühlschrank und persönlicher Terrasse. Er bombardierte mich regelrecht mit Infos, erzählte mir, dass seine Frau die geschwätzigere von ihnen sei, dass er 3 Söhne habe, wir lachten, freuten uns und umarmten uns etwa fünf mal, bevor er mich kurz alleine liess, um mich einzuchecken, um dann mit meiner ID und einem Blümchen aus dem Garten wiederzukommen.

Nachdem ich mich in meinem schlichten Zimmer etwas eingerichtet hatte, machte ich mich auf den Weg zur nächstgelegenen Einkaufsmöglichkeit. Zu Fuss waren das gute 20 Minuten, aber wie sonst erkundete man eine neue Ortschaft besser, als einfach mal drauflos zu laufen?

Etwa um 9 Uhr traf ich im Restaurant ein, das mir der Hausherr empfohlen hatte und nur etwa 2 Gehminuten vom Guest House entfernt liegt. Das Konoba Lanterna ist bekannt für seine lokale Küche und so liess ich es mir nicht entgehen, gleich die Fischplatte à la Lanterna zu bestellen, die keine Ahnung wie teuer war. Aber genau das macht einen Urlaub in einem fremden Land doch so schön, dass man keine Ahnung von der Landeswährung hat und einfach nach Herzenslust bestellt.

Gut, dass mir niemand gegenüber sass, respektive überhaupt jemand mit mir hier in Mlini war, dachte ich mir, als ich schelmisch in mich hinein grinsend die teuflisch gute Knoblauch-Sosse auf Crevetten und Brot lud. Ich grinste ins Leere wie eine Verliebte und ja, das bin ich auch – verliebt in das Leben, denn glücklicher als gerade eben könnte ich nicht sein.

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