Das passiert, wenn mich Eishockey inspiriert

Als ich gestern so in der Postfinance-Arena sass und auf das Spiel herunterblickte, dachte ich mir, wie anmutig Eishockey eigentlich ist – wie geschmeidig und geschickt die Spieler den Puck auf ihren Schlittschuhen über das Eis manövrieren. Bis die ersten zwei Spieler voll in die Seitenplanke knallte. Da kam Action in das Spiel und die Spannung im ganzen Station nahm rasant zu. Und dann dachte ich mir, wie das einfach genau auch das echte Leben wiederspiegelt.

Zuerst einmal zeigt nichts schöner auf als der Sport, wie wichtig das Team ist. Egal ob in der Schule oder später mal im Job. Ohne das Team, oder auch nur mit einem Mitglied weniger, wird die ganze Situation um einiges schwieriger zu bewältigen. In der Schule werden diese Werte zwar jedem Schüler zu vermitteln versucht, aber selbst später, in Hochschulen oder an Unis, wo man von den Studenten eigentlich erwartet, dass sie diese Werte verinnerlicht haben, klappt es oft hinten und vorne nicht. Natürlich gibt es Leute, die nicht gerne die Kontrolle abgeben und manche Arbeiten einfach ihren Mitstreitern überlassen, aber auch das kommt doch nur davon, weil man schlechte Erfahrungen mit Gruppenarbeiten gemacht hat – weil mal wieder einmal einer dachte: oh Toll, Ein Anderer Macht’s.

Aber das funktioniert nicht. Ein Team, das nicht aufeinander schaut und dessen Mitglieder nicht immer und überall vollen Einsatz zeigen, scheitert auch an der kleinsten Herausforderung. So ist das überall im Leben. Die Arbeit, die ein Team-Mitglied einfach liegen lässt, müssen die anderen zusätzlich machen, falls überhaupt möglich. Im Sport hat jeder seinen Platz und seine Aufgabe. Als gestern ein Spieler kurz an seinem Helm herumnestelte, wurde ihm just in diesem kleinen Moment der Puck zugespielt und er war nicht ready. Er verpasste seinen Einsatz und der Puck landete beim gegnerischen Team. Okay, Shit Happens.

Als dann der erste Spieler – und das passierte noch oft in diesem Match – wegen eines Fouls aussetzen musste, nahm man erst richtig wahr, wie unfassbar wichtig ein einziger Spieler ist. Denn das gegnerische Team klebte nur so an dessen Tor, in jeder Sekunde hätte eins fallen können. Ein bisschen wie ein Eigentor eigentlich: Man foult, spielt also irgendwie aus der Reihe und halst seinen Mitstreitern zusätzlichen Aufwand auf, die diesen dann mühselig bewältigen müssen – Zeitdruck, die Angst zu versagen, eine Deadline. Alles Dinge, die so eins zu eins ins echte Leben als Schüler oder Arbeiter übertragen werden können. Und als Zuschauer kann man nichts anderes tun, als die Luft anzuhalten und die Daumen zu drücken.

Mal abgesehen davon, dass ein Team nur funktioniert, wenn alle Mitglieder auch mitspielen, hat der gestrige Match des SCB gegen den EHC Biel sehr schön gezeigt, dass nur mitspielen nicht reicht. Ein Team kann noch so harmonisch sein, wenn nicht jeder einzelne in jeder Situation sein Bestes gibt, reicht es nicht. Der SCB führte die Tabelle der Nationalliga A nämlich an, während Biel den letzten, 8. Platz belegte. Da hätte man sich ja denken können, dass sich der SCB da nicht gross anzustrengen braucht. Trotzdem mussten sie in den Playoffs so lange gegeneinander spielen, bis einer 4 Spiele gewonnen hat. Hätte der SCB hier nicht vollen Einsatz gezeigt, hätte Biel sie auch einfach raus kicken können. Aus der Traum. Also egal wie simpel die Situation zu sein scheint, sollte man sie nicht unterschätzen und auch hier immer sein Bestes geben. Nicht nur um sich selbst, sondern auch um andere weiterzubringen. Was gibt es Schöneres als sagen zu können „Ich habe dazu beigetragen, dass wir so stark sind!“

Und ja, da gehört manchmal auch ein bisschen „ellbögele“, also Ellbogen raus und Gegenspieler rammen, durchaus dazu und wird auch nicht abgepfiffen. Wie im echten Leben eben: Ein bisschen Arschloch sein, schadet nie. Etwas, was ich auch meinen Freunden immer und immer wieder sage: „Sei ein bisschen egoistischer, sei mal ein bisschen Arschloch. Dann trittst du vielleicht mal jemandem auf die Füsse, ja, aber das heisst nicht, dass sie dir dann auf ewig böse sind und du kannst aber dein Ding durchziehen und musst nichts bereuen“. Das gefällt mir am Eishockey – es ist so viel authentischer und emotionaler als Fussball und offenbar regt es mich total zum Nachdenken an und inspiriert mich zu Blogposts. Wer hätte das gedacht!

Wenn ihr mal wieder in einem Team arbeiten müsst, das euch vielleicht nicht so zusagt, denkt an diesen Blogpost. Oder geht am besten gleich selbst zu einem Match, vielleicht empfindet ihr ja dann gleich wie ich 🙂 Oder wenn ihr zu wenig „ellbögele“ könnt, nehmt euch ein Beispiel am Eishockey 😉

Ward ihr schon mal an einem Eishockey-Match? Oder habt ihr mal vor, zu gehen?

Ich wünsche euch noch eine erfolgreiche Woche und hoffe, dass euch mein Blogpost etwas inspirieren konnte, so wie mich der gestrige SCB-Match. Übrigens: Halbfinale, wohoo!!

Eure Cielle

PS: Die 2 Fotos habe ich übrigens von der offiziellen Galerie des SCB stibitzt 😉

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.